Aufruf Aktionstage * gesellschaft - macht - geschlecht * 2014

Egal wo und wann Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder ihres Begehrens diskriminiert, ausgeschlossen oder angegriffen werden, müssen wir gemeinsam gegen Sexismus, Homo- und Trans*phobie vorgehen. Widerstand gegen reaktionäre und anti-feministische Kampagnen. Werden wir gemeinsam aktiv! Vertreter*innen reaktionärer Geschlechter- und Gesellschaftsbilder machen nicht nur in der Medienlandschaft immer häufiger auf sich aufmerksam. Nach hasserfüllt und oft polemisch geführten Diskussionen um einen neuen Lehrplan in Baden-Württemberg wird nun intersektionale und gendersensible Bildungsforschung angegriffen. Verschwörungstheoretisch anmutende sexistische, homo- und trans*phobe Ausbrüche betreffen allerdings mit ihrem Hass nicht nur die akademische Landschaft. Diskriminierungen und Übergriffe, die ihre Wurzeln in solchen medial geführten Diskursen haben, treffen konkret Menschen, denen ein bestimmtes Geschlecht oder Begehren zugeschrieben wird. Mit den Aktionstagen 2014 sollen emanzipatorische und engagierte Diskussions- und Wissensräume geschaffen werden, die sich solchen anti-feministischen Ausbrüchen entgegen stellen und den Blick öffnen für queer-feministische Ansätze.

Die Hochschule ist kein von Sexismus, von Trans*- und Homophobie freier Raum. Während einerseits kritische Forschung angegriffen wird, wirkt sich andererseits auch gesellschaftliche Sexismen auf den sozialen Raum Hochschule aus. Institutionelle Angelegenheiten forcieren Zweigeschlechtlichkeit, Plakate studentischer Initiativen zeichnen einseitige Bilder von Geschlecht, Hochschulkarrieren sind durchsetzt von gläsernen Decken und Ausschlüssen. Egal wo und wann Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder ihres Begehrens diskriminiert, ausgeschlossen oder angegriffen werden, müssen wir gemeinsam gegen Heterosexismus und Trans*phobie vorgehen.

Mit den Aktionstagen *gesellschaft macht geschlecht* möchten wir eine Plattform bieten, das Themenfeld mit all seinen Aspekten zu beleuchten. Gesellschaftliche Machtstrukturen wirken auf die Wahrnehmungen von Geschlecht und Geschlechterrollen und führen dabei weit über die angesprochenen Diskriminierungen hinaus. Gesellschaft macht also Geschlecht und Macht führt auch entgegen Behauptungen des Erreichens der Gleichberechtigung weiterhin zu Diskriminierungen.

Über 55 Prozent der europäischen Studentinnen* gaben laut einer aktuellen Studie der Ruhr-Uni Bochum an, in der Zeit ihres Studiums sexuelle Grenzüberschreitungen erlebt zu haben. Jede zweite hat also schon Sexismus in seiner gewaltvollen Form im Alltag erlebt. Ob es also um den machtvollen Charakter der Konstruktion von Geschlecht geht oder um die konkreten diskriminierenden Auswirkungen, das Thema hat viele Facetten. Dabei darf auch die Überschneidung mit anderen Arten von Diskriminierungen nicht außer Acht gelassen werden. Studium und Familie zu vereinbaren ist grundsätzlich schwierig, schwieriger noch, wenn soziale und finanzielle Unterstützung fehlt. Institutioneller Rassismus findet sich nicht nur in den Medien oder auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch im Bildungssystem und verbindet sich hier ebenso mit Sexismus, Trans*- und Homophobie. Eine sowieso schon schwierig durchzuführende geschlechtsangleichende Operation wird fast unmöglich, wenn mensch kein auffangendes Finanzpolster im Rücken hat.

Kann angesichts dieser Beispiele davon gesprochen werden, dass Gleichstellung und Offenheit in unserer heutigen Gesellschaft bereits erreicht sind? Vielen ist vielleicht nicht bewusst, welche Grenzen tagtäglich überschritten werden. Gemeinsam wollen wir Foren und Netzwerke schaffen, in denen Probleme sichtbar gemacht und Gegenstrategien diskutiert werden können. Widerstand gegen konservative, anti-feministische Kampagnen und Solidarität mit Elisabeth Tuider und Heinz-Jürgen Voß.

Aktiv werden

Der fzs veranstaltet vom 03. bis zum 09. November 2014 zum neunten Mal die bundesweiten Aktionstage gegen Sexismus, Homo- und Trans*phobie unter dem Titel *gesellschaft macht geschlecht*. In dieser Woche wollen wir mit einem Mix aus Politik und Kultur dem bestehenden Heterosexismus und Diskriminierung im allgemeinen etwas entgegensetzen. Von Vorträgen und Workshops über Ausstellungen bis hin zu Theater und Konzerten ist alles möglich. Also lasst uns in einer gemeinsamen Aktion für eine Gesellschaft kämpfen in der Geschlecht keine Rolle mehr spielt, wenn es eigentlich um die Gestaltung eines selbstbestimmten Lebens geht.

Nutzt die Chance, in einer bundesweiten Aktionswoche eure Themen und euer Referat oder eure Gruppe an der Hochschule präsent zu machen. Ihr entscheidet vor Ort an eurer Hochschule, ob ihr durch Vorträge, Lesungen oder Konzerte die Aktionstage gestalten wollt. Der fzs unterstützt euch bei der Suche nach Themen, Referent*innen und gibt euch Hilfestellung bei der Planung eurer Aktionstage.

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