Bielefeld

15.04.2008: Die Termine der Aktionstage im Überblick

Aufruf

Täglich werden wir über Werbung, Zeitschriften oder Lehrmaterialien mit sexistischen und homophoben Darstellungen konfrontiert. Sexuelle Belästigung, Diskriminierung, verbale und körperliche Angriffe finden tagtäglich statt und machen vor der Hochschule nicht halt. Nach wie vor werden wir alle in erster Linie danach beurteilt, ob wir uns verhalten, wie es "typisch männlich" oder "typisch weiblich" richtig wäre - auch 100 Jahre, nachdem das Geschlecht qua Gesetz beim Hochschulzugang keine Rolle mehr spielen sollte. Dem stellen wir uns entgegen! Macht mit, informiert Euch und seid dabei!

Zum zweiten Mal veranstaltet der AStA darum die Aktionstage "kein sexismus an hochschulen!" im Rahmen der bundesweiten Kampagne des freien zusammenschluss von studentInnenschaften, fzs.

Programm

Informationen & Aktionen in der zentralen Unihalle (Mo-Do, 11.00-16.00 Uhr)
Beteiligung u.A.: AStA, SchwuR, IAFLTR, RSB (Mo + Di), Frauencafé Anaconda, Arbeitsgruppe "Zukunft für Sekretärinnen", Frauennotruf Bielefeld e.V., Wildwasser Bielefeld e.V.

Montag

Beratung durch den Frauennotruf Bielefeld e.V.

Dienstag/Donnerstag

Beratung durch Wildwasser e.V. Frauencafé Anaconda (U/V zweiter Stock)
Leckeren Kaffee in angenehmer Atmosphäre gibt’s im Frauencafé täglich ab 12 Uhr

Montag 21.4.

18 Uhr: Film "Lilja 4 ever" Regie: Lukas Moodysson (103 Min.)
Ein trister Vorort irgendwo in der ehemaligen Sowjetunion. Der Traum der 16jährigen Lilja von einem besseren Leben in Amerika zerplatzt jäh. Die Mutter begleitet ihren neuen Freund allein in die USA - und überlässt die Tochter sich selbst. Um zu überleben, ist Lilja gezwungen, sich gelegentlich zu prostituieren. Ohne Sentimentalität und in äußerst intensiven Bildern erzählt der Film die Geschichte einer jungen Frau, die Opfer des organisierten Frauenhandels wird.

Dienstag 22.4.

16 Uhr: Vortrag und Diskussion "Kann der Mächtigste Mann der Welt eine Frau sein? - Geschlechtergerechtigkeit und gegenwärtige Gleichstellungspolitik" Referentin: Prof. Dr. Regina Harzer (Uni Bielefeld)
Gleichstellungsrecht konnte auf kommunaler Ebene und in den Hochschulen bislang nicht den gewünschten (gleichstellungspolitischen) Erfolg erbringen. Unterrepräsentanz von Frauen ist weiterhin das Thema, wenn es um die Besetzung qualifizierter Stellen geht. Diese Transformationsprobleme sind möglicherweise auch politisch gewollt. Gender-Strategien (z.B. gender mainstreaming) können den Mangel des Rechts nicht ausgleichen, das Gleichstellungsrecht ist nicht gerichtlich überprüfbar. Die damit verbundene und beginnende Perspektivlosigkeit für Frauen, etwa einen wissenschaftliche Beruf zu ergreifen oder auf kommunaler Ebene in Führungspositionen zu gelangen, muss in einem "neuen feministischen" Diskurs zum Gegenstand gemacht werden.

18 Uhr: Film "Das verordnete Geschlecht" Regie: Oliver Tolmein und Bertram Rotermund (62 Min.)
Eines von 2000 Kindern wird ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale geboren. In den westlichen Industriegesellschaften ist die Existenz von Zwittern aber ein Tabu: Dass es nur zwei Geschlechter gibt, ist eine der grundlegenden gesellschaftlichen Normen, die nicht in Frage gestellt wird. Im Gegenteil: Auch heute werden schwerwiegende und irreversible chirurgische Eingriffe an den Genitalien von Kleinkindern vorgenommen, um sie einem der beiden Geschlechter anzupassen. Der Film kontrastiert die Geschichten zweier als Zwitter geborenen Menschen mit den Erzählungen von Juristen, Eltern und Ärzten. "Das verordnete Geschlecht" ist ein Dokumentarfilm über Geschlechter- und Körperpolitik und zeigt, wie gewalttätig sich der Zwang normal zu sein auswirken kann.

Mittwoch 23.4.

18 Uhr: Vortrag "Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen" Referentin: Dipl.-Psych. Nina Vanselow, MSc (Uni Bielefeld)
Fast jede zweite Frau und jeder zehnte Mann wird im Laufe des Ausbildungs- und Arbeitslebens ein- oder mehrmals von sexualisierter Diskriminierung betroffen sein - dies kann schon im Studium passieren. Dabei ist die Kombination männlicher Täter-weibliches Opfer zwar die am meisten verbreitete, jedoch sind alle Geschlechterkonstellationen möglich. In diesem Vortrag werden Formen und Verbreitung sexualisierter Diskriminierung vorgestellt, mit weit verbreiteten Mythen darüber aufgeräumt und geeignete Interventionsstrategien zum Abbau dieser Form der Diskriminierung vorgestellt.

Donnerstag 24.4.

19 Uhr Vortrag "Geschlecht und Widerstand. post..| queer..| linksradikal.." Referentin: Melanie Groß
Wie ist politische Handlungsfähigkeit möglich ohne Rückgriff auf ein fragwürdiges 'Wir Frauen'? Seit den 1990er Jahren wird in der feministischen Diskussion ein Ausweg aus diesem theoretischen Dilemma gesucht. Gleichzeitig sind politische Gruppen aktiv, die durch ihre Orientierung am konkreten Handeln punktuelle Lösungen finden. Die Autorin zeigt auf, wie post-, queer- und linksradikal feministische Gruppen sich positionieren, um handlungsfähig zu bleiben. Die zwischen ihnen entstehenden Konflikte lassen sich als eine besondere Stärke politischer Bewegungen verstehen, durch die es möglich wird, unterschiedliche Ebenen gleichzeitig existierender Machtformen anzugreifen.

22 Uhr: Große Abschlussparty "Gendertrouble" im AudiMin
Die Party für Frauen, Männer, Lesben, Schwule, Intersexuelle, Transgender, Asexuelle, Bisexuelle, Heteros, Heteras & FreundInnen. Mit alternativer Musik von "queers and guitar", hübscher Deko und günstigen Getränken. Eintritt 1€.

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