Aufruf 2010

04.07.2010: Hier findet ihr den Aufruf zu den Aktionstagen im November 2010

Gesellschaft Macht Geschlecht


Artikel 3 Grundgesetz:
(2)Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Ist Gleichberechtigung zwischen Geschlechtern wirklich erreicht? Schaut man sich bspw. die Zahl der Professuren an Hochschulen an, so fällt auf, dass nicht einmal jede fünfte durch eine Frau bekleidet wird. Diese Zahl zeigt: Es gibt immer noch eine klare Rollenverteilung innerhalb der Gesellschaft. Männer machen Karriere! Frauen machen Familie! Unser Gesellschaft macht Geschlecht!

Was aber ist Geschlecht?
Typischerweise lautet die Antwort, es gäbe Frauen und Männer. Was jedoch ist ein Mann und was ist Männlichkeit? Was ist eine Frau und was ist Weiblichkeit? Eine eindeutige Antwort gibt es selten. Mit den Begriffen Mann und Frau werden im Allgemeinen biologische Ansätze verknüpft, selten soziale.

Aber gerade soziale Einflüsse prägen das Geschlecht. Frauen werden nach wie vor dazu erzogen von einem Mann gefunden zu werden, eine Familie zu gründen und Kinder zu erziehen. Dieses Bild wird ihnen schon als Kind vermittelt. Mädchen dürfen mit Puppen und Jungen mit Autos spielen.

Bricht eine Person aus diesem Stereotyp aus, wird gleich Homosexualität unterstellt. Nur mit angepasstem gesellschaftlichen Verhalten fällt man nicht auf und kommt somit weiter im Leben.

Im Laufe ihres Lebens kommen auch Männer an ihre Grenzen; sie dürfen zwar Karriere machen, gibt es aber Bestrebungen sich für die Erziehung der Kinder zu interessieren oder gar in den verdienten Erziehungsurlaub zu gehen, so werden sie als weibisch und unmännlich abgestempelt. Männer machen Karriere, ziehen mit Kumpels um die Häuser und schauen samstags die Sportschau. Aber Kindererziehung gehört nicht zum Alltagsbild.

Das Geschlecht prägt somit oftmals den Lebensverlauf. Wenige schaffen es aus diesem Gesellschaftsbild auszubrechen. Gesellschaft macht Geschlecht und übt somit MACHT auf Individuen aus. Eine MACHT, die schwer zu überwinden ist.

Aktionstage 2010

Der fzs veranstaltet vom 8. bis 12. November 2010 zum fünften Mal die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie. In dieser Woche sollen in einem Mix aus Politik und Kultur Themen aus dem Bereich Sexismus und Homophobie in den Mittelpunkt gerückt werden. Von Vorträgen und Workshops über Ausstellungen bis hin zu Theater und Konzerten ist alles möglich.

Mitmachen

Viele Referate und Initiativen, die sich an den Hochschulen gegen Sexismus und Homophobie engagieren, haben oftmals den Eindruck, dass das was sie tun, nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Aber wie heißt es auch so schön - viele Tropfen bilden das Meer. Also lasst uns in einer gemeinsamen Aktion auf das Thema in seinen zahlreichen Facetten aufmerksam machen, dass uns am Herzen liegt. Ein Welt in der Geschlecht keine Rolle mehr spielt, wenn es um die Gestaltung unseres Lebens geht.
Nutzt die Chance in einer bundesweiten Aktionswoche eure Themen und eurer Referat an der Hochschule präsent zu machen. Ihr entscheidet vor Ort an eurer Hochschule ob ihr mit Vortrag, Lesung oder Konzert die Aktionstage gestalten wollt. Der fzs unterstützt euch bei der Suche nach Themen und Referent_innen und gibt euch Hilfestellung bei der Planung eurer Aktionstage. Bei Interesse und Fragen sind wir unter kein-sexismus[at]fzs.de für euch da.

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