Aufruf Aktionstage * gesellschaft - macht - geschlecht * 2015

Liebe Hochschulgruppen, liebe Studierende!
Was tun gegen Sexismus und Normzwang? Wie in den letzten Jahren auch schon, ruft der fzs auch dieses Jahr wieder zu den Aktionswochen gegen Homophobie und Sexismus auf!
Der von uns vorgeschlagene bundesweite Aktionszeitraum, in dem geworkshopped, Kritik geschärft und großflächig aufgeschrien werden soll, ist vom 9. - 15. November.
Ihr seid natürlich frei, zu verlängern und zu verschieben. Im Mittelpunkt steht wie immer die solidarische Zusammenarbeit und Vernetzung!
Deshalb bitten wir euch auch, uns rückzumelden, wie ihr eure Aktionstage gestaltet und organisiert habt, damit wir für die Zukunft voneinander lernen können und gemeinsame Strukturen schaffen.
Für Inspirationen aller Art, seien es mögliche Referent*innen, Aktionsformen oder Organisationsfragen, stehen wir euch zur Verfügung unter: kein-sexismus@fzs.de
Untenstehend findet ihr zwei von uns angedachte Leitthemenvorschläge: Körper und Beziehungsformen.

Beziehungen

„Alle Romanzen stehen still, wenn dein zarter Arm es will.“1

Wie Beziehungen denken? Wie (in) Verhältnisse(n) leben?

Jeder romantische Hollywoodfilm verkauft das Glücksversprechen, das in der romantischen Liebe liegen soll. Die Verwirklichung der eigenen Individualität in einer intimen Beziehung mit eine/m/r anderen, die Auflösung von Vereinzelung und das Gefühl, endlich angekommen zu sein.

Dabei scheint wen wir lieben und wann, wie viele und warum, zutiefst Privatsache zu sein. In dieser Privatheit aber spielen sich endlose Dramen ab. Sie verstärken sich oft noch im Älterwerden, mit Kindern oder wachsender finanzieller Verantwortung.

Seitdem das Private politisch sein soll, wie der frühe Feminismus es so vehement einforderte, beginnen sich Menschen mancherorts zu fragen, ob diese Mechanismen nicht zum Thema gemacht werden müssten.

Denn die Strukturen, die sich in den ach-so-privaten Beziehungen finden lassen, stimmen, wie zähneknirschend auffällt, dann meist doch mit dem überein, was gesellschaftlich und strukturell Konsens ist: Zwangsweise Heterosexualität, Besitzdenken, Zweierbeziehung oder Einsamkeit.

Wie zufällig formieren sich diese immer-gleichen Formen und das, obwohl Liebe „frei“, „jenseits der Vernunft“ und außerhalb von Zwängen wie Arbeit und anderen Vergesellschaftungen stehen soll, so zumindest verspricht es uns die Popkultur.

Kann romantische Liebe das leisten? Sich außerhalb von kapitalistischen Verwertbarkeits – und Wertigkeitszwängen bewegen? Wie kommt es dann, dass es so wenige gelebte Praxen gibt, die außerhalb von heterosexueller Monogamie stattfinden oder es so schwierig ist, sie sichtbar zu machen und ihr Stigma aufzubrechen? Kurzum: Wenn Liebesbeziehungen Freiheit garantieren sollen, wie können sie so stark normiert sein?

Es können im Anschluss an die Debatten innerhalb der Linken seit den 1968er Jahren Gespräche weitergeführt und Praxisvorschläge gemacht werden. Verbindungen mit feministischer Queertheorie und -praxis, Überlegungen zu Reproduktionsarbeit und Arbeitsteilung wären außerdem möglich.

Aufgegriffen werden könnten zudem Definitionen und Begriffe des „Privaten“ vs. des „Politischen“ und wie diese beiden im Verhältnis zu Vergesellschaftungen gedacht werden können.

Dazu: www.copyriot.com/sinistra/magazine/sin05/rzb.html

www.graswurzel.net/241/liebe.shtml

www.projektwerkstatt.de/gender/texte/a5_beziehung.html

copyriot.com/diskus/06-1/theorie_der_polysexuellen_oekonomie.htm

Körper(norm)

Wer einen Körper hat, der unterliegt Beurteilungen.

Ob dieser Körper nun als weiblich/männlich, schwarz/weiß, schlank/fett, heil/kaputt oder alles in allem als begehrenswert oder funktionsfähig begriffen wird. Ob es die eigenen Bewertungen sind oder die Anderer. Körper werden eingeordnet, klassifiziert, normiert und allerlei anderen (zum Beispiel medizinischen) Zwangsmaßnahmen ausgesetzt.

Sie sind auch Arbeitswerkzeuge, Lustobjekte, sie schmerzen, fügen Schmerzen zu, sind veränderlich.

Körper „dürfen“ nicht einfach da sein. Sie werden in binäre Mechanismen einsortiert und Zwängen ausgeliefert. Sie werden ideologisch aufgeladen: Sie sollen zum Beispiel männlich und Soldat sein, weiblich und schön, behindert und untauglich, schwarz und wild, weiß und kultiviert, schlank und athletisch - und so weiter.
Die Menschen, die in und mit diesen Körpern leben, werden dementsprechend zugeschnitten.

Zu welchem Zweck? Wozu werden diese Körper gebraucht und wie profitieren und leiden Menschen davon und darunter?

Im Anschluss an solche Fragen könnte diskutiert werden, wie zum Beispiel aktuelle Themen wie der Umgang mit Geflüchteten mit Vorstellungen von bestimmten Körpern zusammenhängt. Außerdem könnten Fat-activism, Be-hinderung/ Ent-hinderung und die Wertigkeit von Körpern und Subjekten im Allgemeinen und Speziellen (z.B „Black lives matter“) besprochen und in Aktionen thematisiert werden.

Sexualität, Begehren und Begehrens-strukturen könnten ebenfalls zum Gegenstand einer Auseinandersetzung gemacht werden. Sei es im popkulturellen, aktivistischen oder theoretischen Rahmen, das Thema „Körper(norm)“ ist vielfach anschlussfähig und betrifft uns alle.

Bitte wendet euch mit etwaigen Rückfragen an uns!

In diesem Sinne: Auf geht's!

22.12.2014 > Die Aktionstage 2014 - ein Rück- und ein Ausblick - Über 17 Hochschulen waren dabei. Knapp 150 Veranstaltungen haben stattgefunden. Unzählbar all die Menschen, die mit diskutiert, sich ausprobiert und zugehört haben. Die Aktionstage * gesellschaft – macht – geschlecht * die im November diesen Jahres zum neunten Mal bundesweit stattgefunden haben waren ein großer Erfolg.
16.10.2014 > bald geht es los.. Aktionstage vom 3. bis 9. November 2014 - Egal wo und wann Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder ihres Begehrens diskriminiert, ausgeschlossen oder angegriffen werden, müssen wir gemeinsam gegen Sexismus, Homo- und Trans*phobie vorgehen. Widerstand gegen reaktionäre und anti-feministische Kampagnen. Werden wir gemeinsam aktiv!
Anfang November starten bundesweit die Aktionstage *gesellschaft - macht - geschlecht*
08.04.2014 > Aufruf Aktionstage * gesellschaft - macht - geschlecht * 2014 -
07.02.2014 > Still loving feminism! - Bundesweiter Frauen*kampftag 2014 -
01.08.2013 > *gesellschaft macht geschlecht* - Aktionstage 2013 - Rückblick -
  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei StudiVZ teilen
  • Seite bei MySpace teilen
  • Seite bei Mister Wong bookmarken
  • Seite bei del.icio.us bookmarken
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken
  • Seite bei YahooMyWeb bookmarken
Neu auf der Seite
  • Aktionstage in Eichstätt-Ingolstadt03.11.2014 | Zum zweiten Mal in Folge beteiligt sich die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt an den Aktionstagen gegen Homophobie und Sexismus. Das Programm dazu findest du im Anhang! Wir würden uns freuen, auf euren Plattformen zu erscheinen. Mit einem harten Kern von nicht einmal zehn Leuten aus dem Referat Kreuz und Queer und den Hochschulgruppen amnesty international, Jusos und SDS.DieLinke, viel Zeitaufwand und herzpumpender Motivation ist ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt worden: Von Vorträgen externer Referenten (z.B. Montag Abend: Queerpass - Kämpfe um Sexualität und Geschlecht in Brasilien) über einen Filmabend ("But I'm a cheerleader", Dienstag Abend im Studihaus), eine witzige Fotoaktion mit dem Eichstätter Fotografen Hubert Klotzeck (gleich Montag von 11-14 Uhr im Foyer der Aula - wir brauchen euch alle!), natürlich die Abschluss-Party (Donnerstag Abend, Kleine Cafébar: "The last unicorn"-Party!!) und vielem mehr ist qu(e)erbeet einiges für euch geboten. (News) mehr »

  • Aktionstage in Würzburg31.10.2014 | (News) mehr »

  • Aktionstage in Lüneburg31.10.2014 | Der AStA plant, zusammen mit vielen engagierten und interessierten Personen und Gruppen, die Aktionswoche gesellschaft.macht.geschlecht. Diese Aktionswoche findet auf Initiative des fzs (freier zusammenschluss von student*innenschaften) vom 03. - 09. November 2014 an vielen Hochschulen in Deutschland statt. Im Rahmen der "Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie" finden jegliche Veranstaltungen einen Platz, die sich mit der Normierung von Geschlecht, Geschlechterrollen, sexueller Orientierung und Beziehungsformen auseinandersetzen und für dazugehörige Diskriminierungen sensibilisieren. Vonseiten des AStA heißt es: "In Form von Vorträgen, Lesungen, Infomaterialien und Ausstellungen möchten wir dieses Thema für eine Woche in den Mittelpunkt rücken. Wir wollen aufklären, informieren, voneinander lernen und miteinander diskutieren, um nachhaltig einen rücksichtsvollen und toleranten Umgang an dieser Universität und darüber hinaus zu bestärken." (News) mehr »