2021: g*m*g wird zum Podcast

„36 Grad, und es wird noch heißer“

sang Inga Humpe von 2Raumwohnung 2007. „36 Grad, kein Ventilator“. 

14 Jahre ist das her. Ein unbeschwerter Partysong, der schlecht gealtert ist. Dass die Gletscher schmelzen und die Permafrostböden auftauen, war damals schon bekannt. Die globale Erwärmung sorgt für Dürren, Waldbrände, wetterbedingte Naturkatastrophen, den Anstieg des Meeresspiegel und das Sinken des Grundwasserspiegels. Diese Folgen der Erderwärmung stehen in einem direkten Zusammenhang mit Versorgungskrisen, Hunger und erzwungener Migration. Geburtenkontrolle, Einschränkung des privaten Konsums, erneuerbare Energiequellen, Verzicht auf moderne Technologien oder Geoengineering, also weitreichende technische Eingriffen in (geo)biochemische Kreisläufe der Erde, sind nur ein Ausschnitt der Vorschläge, um den Klimakollaps nach ein paar Jahre bzw. Jahrzehnte herauszuzögern. 

Mit der Klimakrise spitzt sich das Geschlechterverhältnis zu: Nach Naturkatastrophen flammt Gewalt gegen Frauen und Queers regelmäßig auf: Nach dem Hurricane Katrina  ist nicht nur die Zahl sexualisierter Übergriffe gestiegen, sondern die LGBTQI-Community wurde von der religiösen Rechten für den Hurricane verantwortlich gemacht. Im globalen Süden tragen vor allem Frauen und Kinder die Last der Folgen der Erderwärmung.  Wo der Regen ausbleibt, der Grundwasserspiegel sinkt oder der Meeresspiegel steigt, können Frauen ihre Familien nicht mehr mit Lebensmittel und Wasser versorgen. Wenn bei Naturkatastrophen Frauen sterben, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder in ihrer Obhut sterben.  Keiner der oben genannten Lösungsvorschläge ist in der Lage, den Zusammenhang zwischen Ökonomie, Geschlechterverhältnis und Klima in den Blick zu nehmen und langfristige Antworten auf den Klimakollaps zu finden.

„Klimagerechtigkeit. Und was das mit Feminismus zu tun hat.“

Wir wollen uns daher in den nächsten Monaten mit solchen Antworten beschäftigen. Unter dem Titel „Klimagerechtigkeit. Und was das mit Feminismus zu tun hat.“ gibt es bis weit in den Sommer alle zwei Wochen etwas zum Thema auf die Ohren. Wir haben Klimaaktivist*innen, einen Experten zum Thema Biodiversität und feministische Wissenschaftler*innen in unseren Podcast eingeladen, um mit ihnen zu diskutieren, sie zu befragen oder ihnen einfach nur zuzuhören. Wir werden uns in den ersten vier Folgen mit den Themen Klimagerechtigkeit, soziale Ungleichheit im Ökoaktivismus und indigenem Ökoaktivismus beschäftigen. In den Sommerfolgen wollen wir uns dann noch mal mit Grundlagenwissen zu Ökologie und Naturschutz beschäftigen und machen dabei ein paar Umwege über die Geschichte des deutschen Waldes, Pilze und Sexualität im Pflanzenreich. Neben dem Podcast stellen wir Material zu den besprochenen Themen zur Verfügung, stellen Initiativen vor und versorgen euch mit Tipps und Tricks zu politischer Bildungsarbeit in der Pandemie und darüber hinaus. 

 

Seid dabei

Ihr wollt aktiv werden? Euch in feministische Debatten einklinken? Euch an neue Debatten wagen und andere mitnehmen? Beteiligt euch mit eurer Gruppe/eurer Struktur an den Aktionstagen im November! Wie das geht, erfahrt ihr hier:

Wenn ihr wissen wollt, wer sich uns bereits angeschlossen hat und wo es welche Aktionen gibt, werft doch einen Blick auf die Programme vor Ort. Vielleicht könnt ihr dort ja auch ein wenig Inspiration für eigene Aktionen finden?

Wenn ihr schon was geplant habt, teilt uns das mit und wir stellen es online – schreibt uns, per E-Mail oder auf Facebook:

Auch in den letzten Jahren gab es zahlreiche Aktionen an den verschiedensten Orten. Ein Archiv findet ihr hier: