FAQ

Die bloße Angehörigkeit zu einer Gruppe gibt nicht das Recht zu allgemeingültigen Aussagen über andere Gruppenmitglieder. Zudem sind sexistische Aussagen auch dann verletzend, wenn sie von Angehörigen desselben Geschlechts kommen. Jede*r kann sexistisch sein, unabhängig vom Geschlecht. Aber auch jede*r kann sich dagegen entscheiden – ebenfalls unabhängig vom Geschlecht.

Die strukturelle Diskriminierung der Hälfte der Bevölkerung bedarf beim Abbau aller Ungleichbehandlungen einer besonderen Aufmerksamkeit. Natürlich müssen auch andere Formen der Diskriminierung abgebaut werden. Bei Diversity-Konzepten ist aber vorsicht geboten: Denn einerseits geht es häufig nur darum, möglichst viele Menschen für den Arbeitsmarkt zu rekrutieren, andererseits werden hinter der positiven Hervorhebung von Vielfalt die Diskriminierung und festgefahrene Strukturen unsichtbar.

Fehlende Betreuungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Normen drängen Frauen häufig in diese Rolle. Vergünstigungen wie das Betreuungsgeld halten dieses reaktionäre Familienmodell ebenfalls aufrecht. Denn Jobs, die Frauen häufig machen, sind allgemein schlechter entlohnt. Zudem ist es u.a. aufgrund von Vorurteilen für Frauen oft viel schwieriger, in gehobene Positionen mit einem hohen Gehalt zu kommen.

Um bestehende, selbsterhaltende Machtstrukturen aufzuheben, bedarf es manchmal Regelungen von außen. Quoten sind hierbei ein notwendiges Übel, das wir zeitweilig brauchen, um Frauen die gleichen Möglichkeiten zu eröffnen wir Männern. Es geht dabei auch nicht darum, dass Frauen nur wegen einer Quote auf eine Position kommen, sondern darum, zu verhindern, dass sie eben aufgrund des Fehlens dieser Quote bei gleicher Eignung benachteiligt werden. Es hilft also auch Frauen, die die Quote ablehnen.

Dass uns geschlechtergerechte Sprache (noch) anstrengend erscheint, ist eine Frage mangelnder Gewöhnung. Mit der Begründung „anstrengend“ könnten wir alles Neue, Andere ablehnen. Wenn es aber gute Gründe gibt, etwas zu verändern – z.B. Diskriminierung dadurch abzubauen – lohnt sich die anfängliche Anstrengung.